Was für eine Erleichterung!

Ich weiss – so Dinger gibts schon länger… Ja, ja beruhigt Euch wieder! Aber das hier ist wirklich praktisch – und deshalb will ich es Euch nicht vorenthalten. Ein kleines Speicherding (nennt man heute wohl Gadget oder so) mit bis zu 256GB das meine Daten vom iPhone aufnimmt wenn ich Platz brauche oder was übertragen möchte. Und das ich einfach so in jeden PC/Mac stecken kann und schon sind Fotos und Filme da!

Da wir ja tatsächlich auch mit dem iPhone produzieren und vor allem auch schulen, dass man damit wirklich arbeiten kann – ist das also nicht ganz unerheblich, wenn man mal schnell alles Filmmaterial aus FilmicPro runter vom iPhone und in die Hosentasche kriegt!

Kaufen. Dann kommt die Sonne auch wieder raus.

Bernd

98% Equipment

Und hier – liebe Freunde – ein Blick in mein Regal. Na ja, fast – davor. 🙂 Mit diesen paar Teilen erledige ich so zirka 98 % meiner Jobs:

3 schnelle Kompaktblitze 250/250/500WS mit selbsgebastelten Reflektoren und Funkauslöser (!). Batterien und Ersatzbirnen nicht vergessen. Stative dazu. Ein grosser Faltreflektor (weiss, zum durchblitzen) 1x2m mit Stativ zum aufstellen. Mittlerer Schirm für härteres Licht. Netzkabel, 2 Verlängerungen à 10m und ne Dreifachdose mit beleuchtetem (!) Schalter – zum prüfen, ob die Steckdosen auch Strom haben. Gaffa, Klammern und Farbfolien. Am wichtigsten sind die Graufolien. Selbst die 250er auf kleinster Leistung sind mir oft zu hell.

Fertig. Kann man alles zusammen auf einen Rutsch schleppen. (Auch wichtig!)

Schöne Grüsse!

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Die Technik im Griff haben

Heute war ich bei Freunden Kaffeetrinken und hatte einen netten Fotoplausch. Und wir kamen darauf, wie wichtig denn die Technik und das handwerkliche Können sei – so als Fotograf… tja: Also ich versuchs mal so zu erkären:
a) stell dir vor, du bist auf einer schönen Blumenwiese und die Sonne scheint. Und du hast eine tolle Kamera. Mit super Macro-Objektiv. Und alle Zeit der Welt… Das wird bestimmt ein klasse Foto. So ist kein Job. Nie!
b) Es ist 3 Grad Plus und es nieselt. Es wird langsam dunkel und dein Kunde, den du fotografieren sollst, (sagen wir mal, der Vorstand eines Unternehmens) ist 2 Stunden überfällig. Als er dann kommt, offeriert er dir, dass er maximal 3 Minuten Zeit habe null fotogen sei und grundsätzlich auf Fotos nicht lache. Außerdem sollst Du das Foto jetzt hier sofort machen. Die 200 Meter zur vorbereiteten, ausgeleuchteten Location (wo der Assi und die Makeup-Frau warten) gingen gar nicht. Das sei alles so mit der Agentur nicht abgesprochen und er könne ansonsten auch sofort wieder gehen.

Ok, ich will an dieser Stelle diese hässliche Geschichte unterbrechen…

Ich erkläre es mal anders:

Wie lange fährst Du schon Auto? Und wie lange hat es gedauert, bis Du das Gefühl hattest auch in brenzligen Situationen nicht aus der Ruhe zu kommen?

Es ist sehr hilfreich, sich wirklich im Schlaf mit seiner Ausrüstung und allem möglichen und unmöglichen auszukennen. Sehr! Außer, man fotografiert Blümchenwiesen…

😉

Zeit sparen bei der Bildauswahl

Es ist ganz einfach – ich mach es kurz. Ihr braucht die Zeit, ich weiss.

1. Ein gutes Sichtungs-Programm ist die Basis. Ich benutze MediaPro von PhaseOne.

2. Alte Maus mit Rollrad. Kein Witz! Ein Rad-Klick = nächste Reihe.

3. Nur ausgeschlafen drangehen. Maximal 1 Stunde dran arbeiten. Dann was anderes machen, oder ’ne Pause einlegen. Wenn die Konzentration nachlässt sofort aufhören.

4. Nicht nachdenken, je schneller die Entscheidung kommt, desto besser. Mut haben, und ausprobieren, es klappt!

5. Sternchen mit der Tastatur vergeben. Das geht schneller. Nur das Bild anklicken, Apfel-Irgendwas, weiterrollen (siehe 2.).

6. Erst eine grobe Auswahl erstellen. Dann von dieser Auswahl eine Feinere machen – und so weiter.

7. Von hinten nach vorne arbeiten! Zum Schluss kommen die besten Bilder, wenn man die zuerst sieht und markiert, kann man sich vieles vom gequälten Anfang sparen zu markieren. Ausnahmen bestätigen die Regel.

8. Nicht auf die Schärfe achten. Ausser sie ist wirklich sehr daneben. Wenn Ihr erst alle Bilder nach der Schärfe auswählt, braucht Ihr 4x so lange. Wenn ein Bild in Frage kommt und die Schärfe nicht sitzt nach einem Alternativbild davor oder danach suchen.

9. Nichts löschen. Löschen kostet Zeit und bringt nichts.

Damit krieg ich ein Tages-People-Shooting mit 3000 Bildern in 2-3 Stunden über die Bühne und geh‘ dann mit meiner Zeit unterm Arm ins Schwimmbad.

🙂

Super-Gemein: Gruppenaufnahmen lass ich den Assi machen.

Kollegen

Kollegen hat wohl jeder. Und jeder kennt welche, mit denen er besser auskommt und welche, mit denen es nicht so prickelnd läuft.
Auch unter Fotografen ist das so. Aber leider sind wir nicht nur Kollegen, sondern auch Konkurrenten. Das macht es schon schwieriger. Und leider ist der Kuchen klein, von dem jeder was abhaben will. So ergibt es sich dann, dass viele gerne ihr eigenes Süppchen kochen und versuchen, sich nicht von den Anderen in den Topf gucken zu lassen. Angst beherrscht diese Szenerie. Angst davor, dass mir jemand meinen Ideen klaut, das mir jemand meinen Stil kopiert, und vor allem, dass mir jemand meine Kunden wegschnappt.
Und dann trifft man sich auf irgendeiner Veranstaltung, wo jeder hofft, irgendwelche Internas aufzuschnappen und unterhält sich halt. Man muss ja einen guten Eindruck machen:

Hallo, wie geht’s? – Mensch suuuuuper, Du.

Und die Geschäfte? – Ach klasse, läuft echt prima. Ich bin da mit ’nem guten Kunden an ’nem großen Projekt dran. Das wird ganz was Neues, ein ganz anderer Stil, weisst Du…

Ein paar Tage später treffe ich dann einen Assistenten, den ich für einen Job gebucht habe. Den frage ich dann, was er so für andere Fotografen gearbeitet hat. Er erzählt mir auch vom Kollegen, den ich getroffen habe. Von dem hört er in letzter Zeit weniger, ausser, dass er Ihm die offenen Rechnungen nicht zahlen kann. Hm, hört sich ganz anders an, als das was ich gehört habe.

Tja, ich will ja keinem zu nahe treten und es geht mich ja auch nichts an, was wer wann wie wo treibt, aber wenn wir Foto-Kollegen mal ein wenig angstfreier auf uns zugehen würden, dann hätten wir es echt leichter im Leben.

Ich habe es selbst erlebt: Letztes Jahr habe ich einen grossen Kunden verloren. Und es war eine ganze Zeit nicht so einfach, diese Lücke zu schliessen. Aber jedes mal, wenn ich einem Kollegen, oder auch Kunden und in Agenturen von meinen Problem erzählte, bekam ich so offen aus deren Arbeit berichtet, wie sonst nicht. Ich hatte das Gefühl, dass alle froh sind, dass da jemand ist, dem es wie ihnen geht – nämlich mal gut und auch mal nicht so top – und dem sie endlich auch mal von ihren Problemen erzählen konnten – ohne gleich befürchten zu müssen, dass ich dieses Wissen ausnutze um Ihnen damit zu schaden. Es waren oft tolle Gespräche, die sich daraus entwickelt haben. Mal über den Job, mal über ganz andere Dinge. Auf jeden Fall hat sich dadurch auch hier und da eine intensivere Zusammenarbeit entwickelt. Fotografie ist eben Vertrauenssache. Insofern zahlt sich – so finde ich – Offenheit doppelt aus.

In diesem Sinne!

 

Laptop-Turbo!

Seit dem Einzug der digitalen Fotografie hat man ja bei fast allen Shootings ein Laptop dabei. Die Daten müssen einfach weggespeichert werden und der Artdirector will auch was zum gucken haben. Daher habe ich auch im Büro auf was tragbares umgestellt um ein zweites Gerät als Ersatz zu haben. Leider sind Laptops stationären Rechnern leistungsmässig deutlich unterlegen und man brauchte bei umfangreicheren Arbeiten in Photoshop schon etwas Geduld. Bis jetzt!

Ich habe letzte Woche in mein 2010er MacBook Pro eine SSD einbauen lassen und es ist sagenhaft, wie schnell die Maschine jetzt läuft.

Im Detail: Die interne HD kam raus und an deren Stelle wurde eine 256 GB SSD (Samsung 830) eingebaut. Um mehr Speicherplatz zu haben kam zusätzlich ein Adapter von Hardwrk in den DVD-Schacht. Dort spielt jetzt eine 750GB HD. Der DVD-Brenner kam in ein externes Gehäuse. Die Kosten: SSD 215,– / Hardwrk-Adapter incl. DVD-Gehäuse 80,- / 750 GB HD 100,– / Einbau: 90,– . Zusammen also 485,– Euro. incl. Steuer.

Die neue Performanz: Start Photoshop CS5: ca 2,5 sec. Öffen einer 650MB PSD-Datei: so ca. 3 sec. Ich bin begeistert! Und erstaunt was mein alter Rechner drauf hat, wenn ihn nicht eine lahme Festplatte ausbremst.

Wer also viel Geld für einen neuen Rechner sparen will. Die SSD-Preise sind mittlerweile ertragbar wie ich finde…

 

Hierzu noch ein Kommentar von Christoph:

Hallo Bernd,
„Ein weiter Effekt von SSDs: Sie verbrauchen weit aus weniger Strom als eine mechanische Festplatte, ergo wirkt sich eine SSD auch auf die Akkulaufzeit positiv aus. Aber vorsicht vor zu billigen SSDs. Dort halten die Chips nicht lange und es kann dann sein das der Rechner plötzlich wieder viel viel langsamerer wird und schon nach nem Jahr die SSD keine Daten mehr speichern kann und damit Schrottreif ist 🙁
(Kann aber Samsung hier auch nur empfehlen, haben die hier im Büro und selbst zuhause im Einsatz, klar es gibt billigere, aber die sind eben nicht ohne grund Billig).“

Photoshop – wieviel Retusche ist erlaubt?

Seit ungefähr 15 Jahren ist die Bildbearbeitungssoftware Photoshop jedem ein Begriff. Und seit dem ist ja auch jedem total klar wie einfach das geht Fotos zu manipulieren und dass heute ja quasi alle Bilder gefaket sind. Stimmt genau.
Und dass früher alles besser war und authentischer und ungefälschter und schöner sowieso. Und überhaupt ist der Fotografie ja mittlerweile jegliche Objektivität abhanden gekommen. Stöhn!

Hier kommt was ich darüber denke: Fotografie hat mit Objektivität nichts zu tun. Auch wenn das Ding da vorne an der Kamera dran so ähnlich heißt. In dem Moment, wo ich einen Ausschnitt aus dem realen Geschehen wähle, (und das tue ich zwangsläufig bei jeder Aufnahme) wende ich mich – ganz subjektiv – dem zu was ich für wichtig erachte. Es ist also immer eine sehr persönliche Sicht der Dinge, so ein Foto. Mir stehen als Fotograf viele Parameter offen das Bild so zu verändern, dass es den mir wichtigen Inhalt dem Betrachter möglichst nahe bringt. Eines der Wichtigsten: Reduktion. Ich schneide ab, lasse in Licht oder Dunkelheit verschwinden, blende durch Unschärfe aus. Halte an! Da bleibt nicht mehr viel vom eigentlichen Geschehen übrig, das sich zum Zeitpunkt der Aufnahme vor mir abgespielt hat. Und genau das macht die Fotografie aus. Konzentration auf einen Punkt. Fokussierung. Einen Aspekt herausgreifen und so schick aufbereiten, dass es Spaß macht, sich damit zu beschäftigen. Wieso sollte ich mir dann Gedanken darüber machen, ob eine Photoshop-Retusche legitim ist, oder nicht?

Wenn ich die Geschichte bemühe, dann ist Retusche keine Erfindung des Computerzeitalters: Lenin (der, der die Sowjetunion erfunden hat) hatte einen Kollegen: Trotzki. Der fiel etwas später bei Stalin in Ungnade und wurde – wie man heute so schön sagt – von dem „gedisst“. Stalin ließ Trotzki unter anderem aus allen Fotografien herausretuschieren. So perfekt, das hätte man mit Photoshop CS5 auch nicht besser hingekriegt. Das war 1925. Insofern ist Retusche nichts wirklich neues in unserer Branche.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Man beachte die Herren auf der Treppe.

Ich finde natürlich auch, dass es moralische Grenzen gibt.  Fotos zu solchen zwecken zu retuschieren ist absolut inakzeptabel. Aber wenn es niemandem weh tut, so what? Also – hier kommt mein Outing, für alle die es noch nicht wussten: Meine Fotos sind alle retuschiert. Ich entferne Pickel, Rasurverletzungen, Augenringe und auch mal einen schiefen Zahn. Aber alles in allem versuche ich nur, das Bild dem Eindruck näher zu bringen, den ich von der Person vor meiner Kamera hatte. Da fällt einem im Gespräch und in der Bewegung vieles nicht auf, was man in einer 21-Megapixel-Datei kaum übersehen kann. Und dann wird es eben auf das Level gebracht, dass ich gesehen habe…

Was sich allerdings die Leute von TV-Spielfilm und Co. bei der Retusche ihrer Titelseiten denken, bleibt meinem Verständnis völlig verborgen. „Hey, das sieht total tot aus! Merkt Ihr das nicht?“

Ach ja, eins noch: Auch eine gut gemeinte Retusche kann mächtig in die Hose gehen:

 

 

 

 

 

 

Dieser nette Herr heisst Klaus Kleinfeld und war mal der Vorstandsvorsitzende von Siemens. Wahrscheinlich dachte einer seiner Leute, dass es nicht gut aussieht, so eine schon etwas protzige Rolex am Arm zu tragen. Finde ich auch. Und schwupp war sie weg.  Leider kamen beiden Fotos in Umlauf. Und das war natürlich ein gefundenes Fressen für die Presse…

Also immer schön aufpassen beim retuschieren. Oder gleich mutig sein und Herrn Kleinfeld beim Shooting sagen, dass das nicht so toll aussieht. 🙂

 

Erfahrungen sammeln

Heute möchte ich Euch mal Mut machen! Fotografieren macht Spaß, man lernt viele Leute kennen und macht Erfahrungen, die man sich nicht hätte träumen lassen. So gehts mir auch. Und letztens war so ein Tag mit diesen Erfahrungen. Na ja, ich hätte zwischendurch lieber darauf verzichtet:

Ich hatte den Auftrag für eine – nennen wir sie mal „Bürogemeinschaft“ – ein Image-Foto für deren Eigenwerbung zu erstellen. Die Grafikerin hatte die Idee, die komplette Mannschaft einen Gang entlang gehen zu lassen, durch den Nebel ins Gegenlicht, ein wenig wie TopGun aus der Halle raus: Lieber Kunde, wo steht das Klavier – wir kommen! So weit die Idee – so gut.

Wir hatten schnell eine Location gefunden. Eine schon angemietete Büroetage die aber noch renoviert werden musste und daher komplett leer stand. Also gings zum Shooting. Requisiten: Viel Licht und Nebel. Wir probten es einige male mit Statisten. Die Menge des Nebels war entscheidend: Das Licht sollte strahlenförmig um die Personen scheinen, zu wenig – keine Strahlen. Zu viel – gar nichts mehr zu sehen.

Dann hatten wir die richtige Menge gefunden. Also: Die Damen und Herren vom Schreibtisch geholt, Kleider gerichtet, Aktentaschen unter den Arm geklemmt und los. So ca. 5 Minuten ging alles glatt. Dann ging der Alarm los. Genau, der Feueralarm. Und wie das in modernen Bürogebäuden so ist, lässt sich der nur von der Feuerwehr persönlich wieder ausschalten. Was dann auch genau so passierte. Die Herren waren nicht begeistert. Sie kamen zu zehnt, sahen sich um und schalteten den Alarm aus. Wir sprachen nicht viel miteinander und dann gingen sie wieder. Nein, sie fuhren wieder. Mit ihrem Löschzug.

Der Kunde die Grafikerin und ich waren auch eher stumm. Es hatte einfach keiner daran gedacht. Tja, Pech gehabt dachten wir alle. Wer war schuld? Ich, die, alle? Es war egal. Shit happens. Wir legten den Vorfall sozusagen zu den Akten. Die Rechnung der Feuerwehr habe ich nie gesehen. Dafür habe ich meine Postproduktion natürlich nicht berechnet, denn wir wollten das Bild ja trotzdem bekommen. Ich habe die Probeaufnahmen mit dem guten Nebel mit den Protagonisten im Photoshop montiert und noch ein paar Extrastahlen eingebaut. Es sah gut aus. Wie TopGun.

Lieber Kunde, danke für diesen Job! Und dass Du so souverän reagiert hast.

Was bleibt ist eine Erfahrung. Und lustig ist es auch!

Mein liebstes Werkzeug

Klar, habe ich in meiner Fototasche ein Multitool. Das ist wirklich nützlich, aber was ich viel öfter brauche um Schwieriges möglich zu machen, ist schwarzes Gaffer-Tape. Das ist ein sehr stark klebendes Gewebe-Klebeband. Damit kann man prima Stolperkabel entschärfen, Vorhänge aufhängen, Gegenlichtblenden und Neger bauen (Was wiederum nichts Schlimmes ist, nur was zum Licht abhalten oder auch „abnegern“. Licht, dass nicht auf das Motiv oder in’s Objektiv der Kamera fallen soll.), schlecht sitzende Anzüge hinten raffen, Sträucher aus dem Bild binden, unerwünschte Einblicke in Blusen verhindern, abgebrochene Plastikteile fast perfekt in Stand setzen, Staub und Fusseln von Kleidung abnehmen, oder oder oder.

So eine Rolle kostet um die 16 Euro. Das ist unglaublich teuer, aber dafür auch 100x brauchbarer als ein billiges Tape aus dem Baumarkt.

 

Welche Objektive brauche ich wirklich?

Gute Objektive sind teuer und schwer, oder ganz leicht und wirklich erschwinglich. Alles was dazwischen liegt ist Schrott.

Ich liebe Zoomobjektive. Sie sind total praktisch. Ich habe mit drei Gummilinsen-Klunkern alles dabei, was mein Fotografenherz begehrt. Von 16mm bis 200mm. Mir langt das. Dabei benutze ich das 16-35er am meisten. Oft sind die Räume eng, und dann ist man mit 16mm sehr gut dabei. Allerdings verzerrt da auch ein L-Objektiv tüchtig. DPP, der Canon RAW-Converter, hat aber eine sehr schöne Funktion, mit der man die Bildfehler einiger L-Objektive rausrechnen lassen kann. Das Bild wird etwas beschnitten, aber es sieht dann wirklich gut aus. Vignettierung weg, Wölbung weg, Farbsäume weg, drei Klicks. Super! Die Bildqualität ist aber auch bei diesen teuren L-Zoom-Objektiven beschränkt, besonders bei offener Blende. Aber ich will mich nicht beschweren, sie sind sehr praktisch.

Zur Lichtstärke: Ich weiss, ein 2,8er kostet mindestens das Doppelte von einem 1:4-Objektiv, aber wenn’s um die Wurst geht – und das geht es oft – kommt es eben darauf an, dass unter den bescheidenen Bedingungen noch ein brauchbares Bild entsteht. Und da ist jedes Quäntchen Licht, das den Chip erreicht, ein Segen. Der Sucher ist auch heller, und der Autofokus arbeitet ebenfalls besser. Na ja, der Autofokus arbeitet eigentlich immer bescheiden. Die alte Canon-Krankheit. Chronisch. Schlechtes Thema.

Also, wenn du es irgendwie finanzieren kannst, kaufe Dir ein lichtstarkes Objektiv. Und wenn Du es nicht finanzieren kannst, dann kaufe Dir ein noch Lichtstärkeres! Festbrennweiten sind preiswert. Ein 1:2,8 28er kostet bei Ebay 130 Euro, ein 1:1,8 50er neu 100 Euro (!). Und das Objektiv, mit dem ich 70% meiner Aufnahmen mache, das 1:1,8 85er, kostet gebraucht ab 300 Euro. Das sind zwar keine L-Objektive, aber die Qualität ist gut und kann durchaus mit einem L-Zoom mithalten. L-Festbrennweiten sind mir für das Plus an Leistung zu teuer und zu schwer. Das Gewicht spielt keine unerhebliche Rolle beim Fotografieren. Nach einem ganzen Tag Reportage tut einem wirklich alles weh, da ist jedes Gramm weniger ein Segen.

Exkurs: Die Ausrüstung kann für so eine Reportage folgendermaßen aussehen: 5D MK II mit Handgriff, 16-35er, Systemblitz 550 EZ oder 580 EZ mit CP-E4 Kompromiss-Batteriepack und Eneloop-Akkus drin, Bauchtasche mit Ersatzakkus für Kamera und Blitz, viele Speicherkarten, das 50er Makro und das 85er – das wars. Cartier-Bresson hat gesagt, wenn das Bild nicht gut ist, warst Du nicht nahe genug dran. Oder war das Cappa? Egal, es stimmt. Entweder emotional nicht nahe genug dran, oder physisch. Emotional, da kann ich Dir nicht helfen, aber physisch: Lass das 200er zuhause. Apropos Speicherkarten, meine haben maximal 8GB. Damit fotografiere ich ca. 270 RAWs, das ist mehr als genug. Wenn ich mir vorstelle, auf einer 128 GB Karte, die lächerliche 1000 Euro kostet, über 4000 Fotos zu schiessen (was vorkommen kann), und die geht dann abends kaputt, was mir schon mehrfach vorgekommen ist. Die Daten ließen sich manchmal retten, zweimal aber auch nicht. Dann beiß‘ ich mir in den Hintern.

Zurück zum Thema. Also, ich appelliere: Bitte Festbrennweiten kaufen. Sie sind leicht, hochwertig und preiswert, und sie schulen das Sehen. Du musst Dir dann vorher überlegen was Du draufschraubst, und das macht Dich nach einiger Zeit zu einem Fotografen mit einem besseren Auge fürs Motiv. Versprochen.

So, auf die eierlegenden Wollmilchsäue, 28-300irgendwas Millimeter, gehe ich nicht weiter ein. Das taugt vielleicht für den Urlaub, weil man alles dabei hat. Aber bei Lichtstärke 6,3 oder so ist es bei mir nur noch dunkel im Sucher. Bitte auf Ebay verkaufen.

Zusammengefasst: Ich habe ein 16-35er, ein 24-70er und ein 70-200er IS, alles 2,8. Das Zonk-24-105er 1:4 verdient den roten Ring nicht und hat höchstens Blende 4,5. Mit Rückenwind. Dann ein 28er 1,8, ein 50er 1,4, und das 85er 1,8. Mit diesen Drei würde ich auch auf eine einsame Insel gehen. Und dann noch ein 50er Makro plus Zwischenring. Alles andere (Tilt-Shift, Fisheye, Supertele) leihe ich mir bei Bedarf im Rent aus. Das kostet ca. 20 Euro/Tag. Da lohnt eine Anschaffung nicht, wenn man es nicht oft braucht.

Für Nutzer anderer Systeme gilt das gleiche. Auch Fremdobjektive finde ich ok. Ich kenne Fotografen, die Sigma, Tamron, Tokina und Co benutzen und viel Geld sparen. Bitte probier so ein Objektiv aber vorher aus. Wenn es Lichtstärke 1:4,5-5,6, ein Plastikbajonett  und einen Autofokus hat, der sich im Schneckentempo dreht, wirst Du keine Freude haben.

Eins hab‘ ich noch. Hallo Canon: Bitte baut mir mein Lieblingsobjektiv, ein EF 24/50/85mm, f1:2, IS L. Vielleicht aus Carbon, damit es nicht so schwer wird. Wenn’s geht keinen Zoom, sondern nur die drei Brennweiten zum Umschalten. Danke schon mal im Voraus.