Erfahrungen sammeln

Heute möchte ich Euch mal Mut machen! Fotografieren macht Spaß, man lernt viele Leute kennen und macht Erfahrungen, die man sich nicht hätte träumen lassen. So gehts mir auch. Und letztens war so ein Tag mit diesen Erfahrungen. Na ja, ich hätte zwischendurch lieber darauf verzichtet:

Ich hatte den Auftrag für eine – nennen wir sie mal „Bürogemeinschaft“ – ein Image-Foto für deren Eigenwerbung zu erstellen. Die Grafikerin hatte die Idee, die komplette Mannschaft einen Gang entlang gehen zu lassen, durch den Nebel ins Gegenlicht, ein wenig wie TopGun aus der Halle raus: Lieber Kunde, wo steht das Klavier – wir kommen! So weit die Idee – so gut.

Wir hatten schnell eine Location gefunden. Eine schon angemietete Büroetage die aber noch renoviert werden musste und daher komplett leer stand. Also gings zum Shooting. Requisiten: Viel Licht und Nebel. Wir probten es einige male mit Statisten. Die Menge des Nebels war entscheidend: Das Licht sollte strahlenförmig um die Personen scheinen, zu wenig – keine Strahlen. Zu viel – gar nichts mehr zu sehen.

Dann hatten wir die richtige Menge gefunden. Also: Die Damen und Herren vom Schreibtisch geholt, Kleider gerichtet, Aktentaschen unter den Arm geklemmt und los. So ca. 5 Minuten ging alles glatt. Dann ging der Alarm los. Genau, der Feueralarm. Und wie das in modernen Bürogebäuden so ist, lässt sich der nur von der Feuerwehr persönlich wieder ausschalten. Was dann auch genau so passierte. Die Herren waren nicht begeistert. Sie kamen zu zehnt, sahen sich um und schalteten den Alarm aus. Wir sprachen nicht viel miteinander und dann gingen sie wieder. Nein, sie fuhren wieder. Mit ihrem Löschzug.

Der Kunde die Grafikerin und ich waren auch eher stumm. Es hatte einfach keiner daran gedacht. Tja, Pech gehabt dachten wir alle. Wer war schuld? Ich, die, alle? Es war egal. Shit happens. Wir legten den Vorfall sozusagen zu den Akten. Die Rechnung der Feuerwehr habe ich nie gesehen. Dafür habe ich meine Postproduktion natürlich nicht berechnet, denn wir wollten das Bild ja trotzdem bekommen. Ich habe die Probeaufnahmen mit dem guten Nebel mit den Protagonisten im Photoshop montiert und noch ein paar Extrastahlen eingebaut. Es sah gut aus. Wie TopGun.

Lieber Kunde, danke für diesen Job! Und dass Du so souverän reagiert hast.

Was bleibt ist eine Erfahrung. Und lustig ist es auch!